Datenschutz

Vor kurzem ist die Neuregelung des Datenschutzes auf europäischer Ebene in Kraft getreten. Du profitierst nun davon, dass Daten nur noch zweckgebunden erhoben werden dürfen und auch nur in einem Ausmaß, den dieser Zweck erfordert. Daneben kannst du dich gegen ein zukünftiges Nutzen der Daten wehren und deren Löschung verlangen.

Das hört sich erstmal gut an. Doch neben den Daten, die jeder von uns ganz bewusst offenbart, um z.B. einen Newsletter zu abonnieren, gibt es Daten, die abseits der Wahrnehmung gesammelt werden. Man stolpert dann hin und wieder über Begriffe wie Datenkrake oder Big Data, ohne vielleicht eine konkrete Vorstellung davon zu haben, in welcher Weise wir ganz persönlich davon betroffen sind.

In diesem Artikel soll es darum gehen, wie du dich und deine Daten mit einfachen Mitteln aktiv noch besser schützen kannst.

 

Welche Daten werden denn noch so gesammelt?

Ohne jetzt zu sehr in die Tiefe gehen zu wollen, muss man wissen, dass beim Surfen im Internet sehr umfangreich das Nutzerverhalten protokolliert wird. Dabei ist es vielleicht noch nicht besonders gravierend, wenn ein Anbieter von Waren im Internet registriert, dass eine bestimmte Variante eines Produkts besonders oft angeschaut wird. Er kann diese Information dafür verwenden, seinen potentiellen Kunden ein genauer abgestimmtes Warenangebot anzubieten. Dort geht der Einzelne noch in der Gruppe unter.

Eine andere Ebene ist aber erreicht, wenn dieses Protokollieren personenbezogen geschieht und so mit der Zeit eine große Akte über die Interessen und Vorlieben jedes Einzelnen zusammengestellt wird. Auf Grundlage dieser Informationen, dem sog. digitalen Fußabdruck, ist es mittlerweile möglich, dass Computer eine präzisere Einschätzung deiner Persönlichkeit vornehmen können als dein Mann oder deine beste Freundin (siehe folgende Untersuchung).

Wofür werden diese Daten genutzt?

Im ersten Moment denkt man vielleicht, dass man als harmloser Internetnutzer nichts zu verbergen hat. Es geht ja schließlich beim privatem Surfen nicht um staatstragende Geheimnisse und wenn du jetzt nicht gerade Terrorismus als Hobby betreibst, was soll dann so schlimm an der Datensammlung sein? Wen interessiert schon, ob ich bei Amazon nach Topflappen gucke, auf YouTube am liebsten Musikvideos von Helene Fischer anschaue oder eine Unterkunft für einen Urlaub in der Toskana suche?

Die Datensammlung führt im harmloseren Fall z.B. dazu, dass wir personalisierte Werbung im Internet angezeigt bekommen. Das kann aber auch dazu führen (so hat es mir ein Mitarbeiter einer Firma erzählt, die mit solchen Daten handelt), dass Kunde A für dasselbe Produkt im Internet einen anderen Preis bezahlen muss als Kunde B – allein, weil man aus dem Suchverhalten schließen kann, wie solvent jemand ist. Hier ist dann die Grenze erreicht, wo wir aufgrund der Daten, die von uns erfasst wurden, erste konkrete Nachteile erleiden können.

Abgesehen davon ist heute noch gar nicht abzusehen, wie die Daten zukünftig noch verwendet werden könnten. Um Edward Snowden zu zitieren:

 

Zu behaupten, das Recht auf Privatsphäre sei nicht so wichtig, weil man nichts zu verbergen hat, ist wie zu sagen, das Recht auf Meinungsäußerung sei nicht wichtig, weil man nichts zu sagen hat.

 

Deshalb sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir unsere Daten noch besser schützen.

Aber da kann man als Einzelne nichts machen, oder?

Man kann das Gefühl bekommen, dass man dem Datensammeln trotz der neuen Verordnung weiterhin ungeschützt ausgesetzt ist. Doch es gibt einfache Möglichkeiten, sich zumindest in einem gewissen Rahmen besser schützen zu können. Einige der Möglichkeiten möchte ich im Folgenden ganz konkret vorstellen. Sie sind allesamt kostenlos und mit ein paar schnellen Klicks zu installieren.

 

Der richtige Browser

Am effektivsten ist es, von vorneherein zu verhindern, dass beim Besuchen von Internet-Seiten im Hintergrund Daten an diverse Datensammeldienste übertragen werden. Und das ist zum Glück gar nicht so schwer. Entscheidend ist die richtige Wahl des Browsers, und das ist der Mozilla Firefox. Der Firefox bringt eine Funktionalität mit, die „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ heißt. Etwas in der Art brauchen wir bspw. von dem Browser Chrome nicht erwarten. Denn Chrome wird von Google hergestellt und Google hat bekanntermaßen sehr großes Interesse an Daten.

1. Installation des Browsers Firefox

Wenn du den Firefox noch nicht verwendest, dann wäre Schritt eins jetzt, dir die Installationsdatei herunterzuladen und den Browser zu installieren. Dazu gehst du wie folgt vor:

Klicke auf den folgenden Link: https://www.mozilla.org/de/firefox/ und danach auf den Button „Jetzt Herunterladen“. Es öffnet sich dann ein kleines Fenster und du wirst gefragt, ob du die „Firefox Installer.exe“-Datei speichern möchtest. Wenn du dem mit einem Klick auf den Button „Datei speichern“ zugestimmt hast, bedarf es nach Abschluss des Downloads noch der Installation. Dazu führst du die heruntergeladene Datei aus und folgst den einzelnen Schritten der Installationsroutine.

2. Aktivieren des „Schutzschilds“

Wenn du den Firefox installiert hast, geht es jetzt um die Konfiguration. Starte dafür den Browser und klicke auf das Hamburger-Menü (die Taste mit den drei waagerechten Strichen rechts oben) und dort auf den Punkt Einstellungen.

Daten- Firefox Menü

Es öffnet sich dann eine neue Seite im Browser. Klicke auf der linken Seite auf „Datenschutz & Sicherheit“. Jetzt musst du nach unten Scrollen bis zum Punkt „Schutz vor Aktivitätenverfolgung“. Hier klickst du auf den Auswahlpunkt „Immer“. Mithilfe eines Klicks auf den Button „Blockierliste ändern…“ lässt sich das Schutzniveau auch noch auf „Streng“ hochschalten.

Daten - Firefox Schutz vor Aktivitätenverfolgung

Im besten Fall ist die Konsequenz dieser Schutzmaßnahme, dass dir keine Werbung auf den aufgerufenen Seiten mehr angezeigt wird (oder zumindest keine personalisierte). Das hat den positiven Nebeneffekt, dass das Laden der Seiten viel schneller geht, weil viele Inhalte eben gar nicht geladen werden müssen.

Bei einigen Anbietern von Online-Angeboten wird dir nun allerdings der Zugriff auf deren Inhalte verweigert. Anstelle dessen wirst du beispielsweise gebeten, den „Adblocker zu deaktivieren“. Du kannst für eine solche Seite nun eine „Ausnahme vom Schutz vor Aktivitätenverfolgung“ definieren. Dazu klickst du oben links neben der Adressleiste auf das Schildsymbol.

Daten - Firefox Schutz deaktivieren

An der Stelle musst du dich entscheiden, ob dir die Inhalte von z.B. Spiegel Online wichtiger sind als der Schutz deiner Daten.

Diese Situation betrifft auch Ankes Online-Kurse, da sie auf der Plattform Elopage angeboten werden. Wenn du den Schutz vor Aktivitätenverfolgung aktiviert hast, wird, wenn du Kursseiten aufrufst, immer eine Fehlermeldung eingeblendet. Um das zu verhindern, müsstest du entsprechend auch für die Kursseiten den Schutz deaktivieren. Wir bemühen uns derzeit darum, auch die Kursseiten von derartigen Aktivitätenverfolgungen zu befreien und hoffen, dass es hierfür bald eine Lösung von Elopage gibt.
 

 

Cookies automatisiert löschen

Neben den Daten, die beim Surfen ins Internet übertragen werden, gibt es auch noch die, die dein Browser speichert, die sog. Cookies. Cookies sind kleine Textdateien, die beim Seitenaufruf vom Browser auf deiner Festplatte landen. Sie sind nichts grundsätzlich Schlechtes, sondern werden meist dafür gebraucht, um die Seiten im Internet sinnvoll zu betreiben. Manchmal bringen sie auch Funktionalität mit, die dir als Anwender zu Gute kommen.

Wenn du aber nicht wiedererkannt werden willst, ist es zweckmäßig, die Cookies wieder zu löschen, wenn du die Seite verlässt. Das kann man selbst per Hand erledigen, ist aber unpraktisch. Deshalb greifen wir auf ein entsprechendes Add-on zurück. Davon gibt es viele. Ich verwende „Cookie AutoDelete“.

Zur Installation benötigen wir jetzt die Add-on-Verwaltung von Firefox. Die erreichst du wieder über das Hamburger-Menü (oben rechts) und dort über den Menüpunkt „Add-on“. Klicke auf der sich dann öffnenden Seite links auf den Punkt „Erweiterungen“. Tippe dann rechts oben in das Suchfeld „cookie autodelete“ ein und klicke auf die Lupe.

Daten - Firefox Installation Add-on

Das entsprechende Add-on sollte auf der sich jetzt öffnenden Seite ganz oben in der Liste zu finden sein. Klicke auf den Eintrag. Auf der folgenden Seite wird nun (auf Englisch) die Funktionalität erklärt. Außerdem findest du einen Button „+ Zu Firefox hinzufügen“. Klicke darauf und bestätige dann noch die Berechtigungsliste mit einem Klick auf „Hinzufügen“.

Daten - Firefox Cookie AutoDelete hinzufügen

Wenn alles geklappt hat, dann findest du jetzt direkt neben dem Hamburger Menü ein neues Symbol.

Daten - Firefox Cookie AutoDelete

Klicke darauf und es öffnet sich ein Bereich, in dem du Einstellungen zu dem Add-on vornehmen kannst. Dort siehst du einen roten Button „Automatisches Aufräumen deaktiviert“, auf den du klickst und der dann grün wird. Damit läuft das Add-on ab sofort automatisch im Hintergrund und du musst dir keine weiteren Gedanken mehr dazu machen.

 

Die anonyme Nutzung von Google

Wie oben bereits erwähnt, gehört auch Google zur Gruppe der eifrigen Datensammler. Gleichwohl ist das Verwenden der Google-Suche attraktiv, weil die Suchergebnisse sehr gut sind. Wenn wir also Google verwenden wollen, ohne dabei ganz viele Informationen über uns preiszugeben, dann können wir einen einfachen Trick anwenden: Wir verwenden StartPage!

StartPage ist ein niederländisches Unternehmen, das für uns unsere Suchabfragen bei Google macht. Das Entscheidende dabei ist, dass wir dadurch für Google nicht rückverfolgbar sind. Dazu können wir einfach https://startpage.de aufrufen. Wir können aber auch noch einen Schritt weiter gehen und StartPage als unsere Standard-Suchmaschine in Firefox hinterlegen. Denn dann können wir den Suchbegriff direkt in die Adresszeile oder in andere Suchfelder eintippen.

Daten - Suchen in Firefox

Um StartPage auf diese Weise in den Firefox zu integrieren, installieren wir einfach ein entsprechendes Add-on, wie wir es bereits für unser Cookie-Lösch-Tool getan haben.

In Kurzform: Hamburger Menü aufrufen, Add-ons anklicken, Erweiterungen anklicken, „startpage“ in das Suchfeld eintippen und auf die Lupe klicken, auf der folgenden Seite den obersten Eintrag aus der Liste „StartPage.com – Datenschutz-Suchmaschine“ anklicken, auf der nächsten Seite „+ Zu Firefox hinzufügen“-Button klicken, beim dann erscheinenden Berechtigungshinweis auch nochmal auf „Hinzufügen“ klicken. Fertig.

 

Zum Abschluss

Alle Beschreibungen und Screenshots zur Installation und Konfiguration des Firefox-Browsers, die du hier gelesen hast, beziehen sich auf einen Computer mit Windows-Betriebssystem. Sie sind genauso (oder sehr ähnlich) aber auch auf andere Systeme übertragbar. Das gilt natürlich auch für Handys oder Tablets.

Wenn du dich damit schwer tust, auf deinem Computer ein Programm zu installieren und zu konfigurieren, dann suche dir Unterstützung in deiner Nähe. Dann gelingt es bestimmt ganz leicht, die Anleitungen umzusetzen.

Das Thema ist mit diesem Artikel sicherlich nicht abschließend behandelt. Trotzdem kannst du mit der Verwendung des richtigen Browsers und ein bisschen Konfiguration schon ganz viel tun, um im Internet anonymer zu bleiben.


Anke hat es sich nicht nehmen lassen, auch für dieses Thema noch einen Strömtipp zu verfassen:

Strömtipps

  • Immer, wenn es um das Verarbeiten von „Daten“ jeder Art geht (seien es Gedanken, Informationen oder Nahrung), haben wir die Dünndarmfunktionsenergie, die uns hilft, alles zu analysieren. Um was geht es da eigentlich genau, können wir das gebrauchen oder nicht? Als Kurzgriff können wir hierfür mit der rechten Hand die rechte 11 und mit der linken Hand die linke 13 halten – wir können es natürlich auch genau spiegelverkehrt für die andere Seite halten.

Das Thema der unkontrollierten Datensammelei macht vielleicht auch Angst. Wir haben vor allem 2 Schlösser, die uns helfen können, souverän mit der Situation umzugehen.

  • Da wäre zum einen unser „Sicherheits“-Energieschloss 19: „Nichts und niemand hat Macht über mich – nur, wenn ich es erlaube“. Halte dir deine 19, wenn du das Gefühl hast, die Kontrolle zu verlieren. Die 19 hilft dir zu entscheiden, an welcher Stelle du etwas von dir preisgeben oder wo du dich schützen willst. Halte dir also deine 19 und gewinne das Gefühl zurück, dass du Einfluss hast – und setze dann z.B. die Vorschläge aus diesem Artikel um.
  • Zum anderen haben wir unseren Captain, der uns sicher durch unruhige Gewässer führt. Immer, wenn wir Angst bekommen, können wir uns an unser „Sicherheits“-Energieschloss 23 wenden. Es gibt uns die Gewissheit, dass wir gut behütet durch die Weltmeere – oder eben das Internet – surfen können, egal, wie unübersichtlich die Situation auch scheinen mag. So lange unsere 23 gut durchströmt ist, werden wir unseren Weg finden.

P.S. Falls du noch nicht so ganz genau weißt, wo welches Schloss sitzt: Eine kostenlos herunterladbare Übersicht über die "Sicherheits"-Energieschlösser findest du in der Werkzeugkiste.

 



 

    6 replies to "Wie du deine Daten ohne großen Aufwand besser schützt"

    • Heidi Reiter

      Liebe Anke,
      vielen Dank für Deine Hinweise auf ein Datenschutzschild zur Abwehr gegen jede Menge Angriffspeere aus dem Netz.
      Auch Deine Strömtipps für Eventualitäten sind immer so erfrischend einfach und praktisch Anwendbar beschrieben.
      Gut, dass es Dich gibt und Deine Arbeit so wertvoll ist für viele Menschen. Danke.
      Heidi

    • Tanja

      Sehr schöne Tipps, die ich gleich mal alle miteinander angewendet habe! Vielen Dank dafür, lg

    • Heidi B.

      Auch ich sage herzlichen Dank für diese tolle Idee und Hilfe!
      ‚Startpage‘ und ‚Cookies automatisiert löschen‘ kannte ich noch nicht.
      LG

    • Andrea

      Liebe Anke,

      vielen herzlichen Dank, dass du dich dem Thema Datenschutz intensiv gewidmet hast und uns diese tollen und einfach Tipps gibst!!
      Als Laie hat man ja meist gar keinen richtigen Durchblick, was da im Netz so alles abgeht und vor allem WIE unsere Daten tatsächlich genutzt werden. Nach dem Lesen deines Artikels bin ich nun ein wenig schlauer und habe sofort alle Einstellungen, die darin empfohlen sind, umgesetzt.

      Danke dafür! Und ich bin sicher nicht die Einzige, die auch für weitere solcher Tipps dankbar ist.

    • Sr. Christina

      Herzlichen Dank für alle Tipps. Wunderbar aufgearbeitet. Danke euch beiden!

    • Karin

      Liebe Anke danke für diesen wichtigen Newsletter. habe mein Firefox gleich angepasst und mich geströmt. Liebe Grüsse aus der Schweiz

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