Es gibt Situationen, in denen haben wir nur eine Hand frei, weil wir mit der anderen etwas vermeintlich Wichtiges zu tun haben. Oder es steht uns aus anderen Gründen nur eine Hand zur Verfügung. Denn vielleicht hat man sich eine der beiden Hände verletzt. Oder die Finger bzw. die Hand sind gelähmt oder anders bewegungseingeschränkt. Oder es fehlen gar Finger oder die ganze Hand.

Was nun? Kann man da eigentlich noch strömen oder braucht es IMMER beide Hände?

 

Die Antwort ist klar

Es wird immer wieder gerne behauptet, dass sich im Selbsthilfebuch 1 bereits die Antworten auf die allermeisten Strömfragen finden lassen.

Und siehe da, tatsächlich kann man dort etwas zu dieser Frage entdecken. Mary Burmeister lässt auf S. 53 gar keinen Zweifel aufkommen:

Wenn die linke Hand beschäftigt ist (wie etwa beim Telefonieren), legen Sie nur die rechte Handfläche auf […]. Ist die rechte Hand beschäftigt, legen Sie nur die linke Handfläche auf […].

Sie bestätigt damit, dass wir uns jederzeit auch nur mit einer Hand strömen können – sei es freiwillig oder aus der Not heraus.

Es bleibt jetzt höchstens noch die Frage, welche konkreten Anwendungsfälle sich daraus ergeben. Zum Glück gibt es ein paar Möglichkeiten, wie man sich helfen kann.

 

Ein Schloss mit einer Hand strömen

Das Beispiel, auf das sich die Aussage von Mary Burmeister bezieht, ist das Halten der hohen 1 an der Innenseite der Oberschenkel. Damit ist der einfachste Fall bereits angesprochen:

Es ist grundsätzlich selbstverständlich möglich, jedes „Sicherheits“-Energieschloss einzeln für sich mit der verfügbaren Hand zu halten. Es ist weder notwendig, es paarweise zu halten, noch ist eine Kombination mit einem anderen Schloss zwingend erforderlich.

 

Einen Finger strömen

Auch beim Fingerströmen kennen wir eine pfiffige Variante, die das Strömen mit nur einer Hand ermöglicht. Wir arbeiten dabei mit den sogenannten Fingerringen. D.h. wir bilden aus Daumen und gewünschtem Finger einen Ring und legen dabei den Daumen auf den Nagel des entsprechenden Fingers.

Möchten wir den Daumen selber strömen, so können wir den Ring mit dem Mittelfinger bilden und legen in dem Fall den Mittelfinger auf den Daumennagel. Eine andere Variante für den Daumen wäre es, ihn einfach mit allen Fingern der Hand zu umschließen – auch als Daumendrücken bekannt…

 

Einen Strom mit einer Hand strömen

Bei einem Strom geht es nun darum, 2 Schlösser in Kombination miteinander zu halten. Doch nicht verzagen, es gibt Möglichkeiten. Hier ist ein bisschen mehr Fantasie und Einsatz gefragt.

  • Man kann alle Schlösser des Stroms nacheinander für sich mit einer Hand halten.
     
  • Man kann bei bestimmten Schlössern die fehlende Hand durch den Fuß* ersetzen. Das machen auch Menschen mit 2 Händen aus Bequemlichkeit gerne und klappt mit zunehmender Übung immer besser. Ich kannte diese Variante bisher für die Schlösser am Fuß bis hin zum Oberschenkel. Meine Kollegin Sonja Müller zeigte mir kürzlich noch folgende tolle Möglichkeit:

    Auch die 17 am Handgelenk und die 18 am Daumenballen (hier jeweils mit der 19 am Ellenbogen kombiniert) lassen sich überraschend komfortabel mit dem Fuß erreichen.

* Warum man auch mit den Füßen strömen kann, erklärt Mary Burmeister dann übrigens im Selbsthilfebuch 3.

 

Virtuelle Ergänzungen

Um bei einem Strom zwei „Sicherheits“-Energieschlösser gleichzeitig zu bedenken, gibt es auch noch weniger handfeste Möglichkeiten. Diese müssen deswegen nicht weniger wirkungsvoll sein!

Es funktioniert so, dass man die eine vorhandene Hand ganz „normal“ auf ein Schloss legt. Das andere Schloss, für das man keine Hand zur Verfügung hat, erreicht man dadurch, dass man die Energie über die Aufmerksamkeit an die gewünschte Stelle lenkt. Das Prinzip lautet:

Energy flows where attention goes.

 

Das musste jetzt ausnahmsweise mal auf Englisch sein, weil es sich da so schön reimt. Auf Deutsch übersetzt besagt es so viel wie, dass die Energie dort hinfließt, wo wir mit unserer Aufmerksamkeit sind.

Hier haben mir Leserinnen und Leser unterschiedlichste Erfahrungen und Vorgehensweisen geschildert. Es läuft dabei im Wesentlichen auf 2 Zugänge hinaus.

 

Atem & Geist

Entweder lenken wir unseren Atem als unseren wichtigsten Helfer in unserer Vorstellung an das zu strömende Schloss. Ich spreche für mich gerne davon, dass ich die Schlösser „beatme“, wenn sich das für Nichtströmer sicher auch sehr merkwürdig anhören mag. Wer es schon mal selber ausprobiert hat, weiß aber hoffentlich, wie ich das meine ;) Es ist für mich übrigens die bevorzugte Herangehensweise, wenn ich gerne ein Schloss am Rücken ströme möchte und dort selber nicht herankomme.

In der anderen Variante richtet man sich mental auf das Schloss aus, das man gerne mit Aufmerksamkeit bedenken möchte. Manche arbeiten mit inneren Visualisierungen dazu, andere schaffen eine gedankliche Verbindung zum Schloss. Hier kann man beliebig experimentieren, den Fokus zu lenken.

Dazu noch ein Extratipp meiner Kollegin Georgette Burgert:

Wenn es einem am Anfang nicht gelingen will, seine Aufmerksamkeit mental zu bündeln und auf ein bestimmtes Schloss zu richten, gibt es hierfür Hilfsmöglichkeiten.

Klebe dir z.B. einen Smiley auf den Bereich des betreffenden Schlosses und schaue dir diesen intensiv an.  Das hilft dir, deinen Fokus zu lenken.

Das Prinzip funktioniert natürlich auch improvisiert mit Tapeband, Isolierband, Panzertape oder der Pflasterrolle aus dem abgelaufenen Verbandskasten. Ein Lächeln ist schnell darauf gemalt :-) So hat man evtl. sogar noch die Möglichkeit, die Farbe des Klebebands passend zu Projekt und Stimmung zu wählen.

Strömen mit einer Hand

 

Tierische Bestätigung ;)

Eine Leserin schickte mir freundlicherweise folgendes Foto um zu beweisen, dass auch Tiere sich notfalls mit einer strömenden Hand zufrieden geben…

Strömen mit einer Hand

 

Und dann noch die „zusätzliche“ Hand: Nichts ungenutzt lassen

Ein Tipp, der mir häufiger geschrieben wurde, war es, die fehlende Hand, falls irgend möglich, durch einen lieben Mitmenschen ergänzen zu lassen.

Ich sag mal so: Das ist natürlich die Luxusvariante, aber man hat leider nicht immer jemanden in der Nähe, der das für einen tun kann. Man möchte außerdem ja auch unabhängig sein.

Doch selbst hierfür gibt es noch kreative Lösungsansätze. Eine Leserin schrieb mir Folgendes:

 

In diesem Sinne wünsche ich euch viele weitere kreative Ideen und freue mich sehr, wenn ihr sie noch in den Kommentaren ergänzt.

An dieser Stelle außerdem meinen herzlichen Dank an alle, die mich an ihren Erfahrungen mit dem einhändigen Strömen haben teilhaben lassen und diesen Artikel bereichert haben!

 



 

    3 replies to "Strömen mit einer Hand – geht nicht gibt’s nicht!"

    • Karola

      Liebe Anke
      wir kennen uns nun schon seit deinem Adventskalender 2017 – 12 deine Artikel sind jedes Mal eine große Freude und Erinnerung weiter zu machen. 1000 Dank dass du für mich so zum Segen wirst.
      Karola

    • Corinna

      Liebe Anke,,
      ich nutze das Strömen mit einer Hand manchmal nachts, wenn mir mal wieder zu warm geworden ist. Die rechte Hand auf die linke 8 kühlt den Körper und danach schlafe ich tief und fest weiter. Das ist eine schöne Erfahrung.
      Liebe Grüße und immer wieder vielen Dank für Deine Beiträge
      Corinna

    • G.

      Liebe Anke!
      Vielen Dank für den tollen Artikel, der wieder sehr gute Tipps bereithält,
      auch wenn man weder Katze noch Hund bei der Hand hat! Vielleicht ist das
      auch eine Anregung: ich ströme am Morgen noch im warmen Bett nach dem
      Zentralstrom noch meine Fußsohlen, indem ich sie zusammenlege. Das tut auch
      den Hüften gut. Man legt ja auch die Hände zusammen, warum nicht die Füsse,
      dachte ich mir.

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