7 Tipps, um immer wieder neu(n) zu sein

Strömtipp für Erneuerung

Ein Grundprinzip der Natur, und somit auch des Strömens, ist die ständige Erneuerung. Es ist uns allen mehr oder weniger bewusst, dass sich ständig alles wandelt und auch wir selber immer wieder neu sind. Doch wie willkommen sind uns diese Erneuerungen? Unterstützen wir sie? Wie nehmen wir sie wahr?

Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass sich unsere Zeitwahrnehmung im Laufe des Lebens verändert. Erscheint uns als Kind 1 Jahr noch als eine fast unendlich anmutende Zeitspanne, verkürzen sich die Jahre im Laufe des Lebens gefühlt immer mehr bis es zu Seufzern kommt wie: „Wo ist bloß die Zeit geblieben?“ oder „Dieses Jahr ist wie im Flug vergangen.“

 

Woran liegt das?

Es hat u.a. damit zu tun, dass Kinder ständig Neues entdecken und erleben. Die Zeit ist gefüllt mit Entdeckungen, Erfahrungen und neuen Gefühlen, die unser Zeitempfinden verlängern. Je älter wir werden, desto bekannter wird alles. Je mehr Routine es gibt, je weniger unerwartete Ereignisse unsere Zeit „anhalten“, desto schneller „verfliegt“ sie. Und so fühlen wir uns irgendwann vielleicht von dem Kalenderspruch ertappt:

Gib deinem Leben nicht mehr Jahre,
sondern deinen Jahren mehr Leben.*

 

* mehr zur Quelle dieses Zitats s. Kommentare

Genau das versuchen wir, mit dem Strömen zu unterstützen. Meine Strömtipps dazu finden sich wie gewohnt weiter unten. Mit dem Strömen beeinflussen wir dann im besten Fall auch unseren Lebensstil. Und darauf möchte ich an dieser Stelle noch etwas mehr eingehen.

Was können wir im Alltag tun?

Wie können wir es unterstützen, immer wieder bewusst etwas Neues zu erleben?

Uns immer wieder neuen Erfahrungen zu öffnen?

Es gibt quasi unendlich viele Möglichkeiten, für neuen Schwung zu sorgen. Hier sind nur einige wenige Beispiele, was du jetzt gleich ausprobieren oder mal in deinen Alltag einbauen kannst.

 

1. Durchbrich bewusst deine Alltagsroutinen

  • Setz dich heute nicht auf deinen üblichen Platz auf dem Sofa/am Esstisch/in der Kantine etc. Nimm einen anderen Platz ein und schau, wie sich dein Blickwinkel ändert. Und was es mit den Leuten macht, deren Platz du „wegnimmst“. Dinge werden dadurch in Bewegung kommen.
  • Nimm bewusst einen anderen Weg zur Arbeit, in die Stadt, zum Einkaufen…
  • Putze dir heute die Zähne mit der anderen Hand.

 

2. Habe Spaß daran, etwas dir Unbekanntes auszuprobieren

  • Betrachte dein Leben als Abenteuer. Auch Kleinigkeiten können spannend sein. Es will noch so viel entdeckt werden.
  • Bestell im Restaurant mal etwas, was du noch nie gegessen hast. Such dir ein Getränk aus, das du noch nicht getrunken hast. Ich selber bin auf diese Weise z.B. gerade zum Fan einer Gurkenlimonade geworden. Hätte ich sie nicht todesmutig probiert, ich hätte nie gewusst, was ich verpasse!
  • Kaufe im Supermarkt oder auf dem Markt ein Lebensmittel, das du (noch) nicht kennst.
  • Wage dich beim Kochen an Experimente und suche mal ein Rezept aus, dass du „normalerweise“ nicht erwägen würdest oder das Zutaten enthält, mit denen du noch nie gekocht hast.*

* Eine meiner letzten Erfahrungen diesbezüglich war z.B. eine Papaya-Suppe. Nun bin ich bekennende Anhängerin von Obst im Essen, eine Suppe, deren Hauptzutat nur Obst ist, schien aber selbst mir suspekt. Außerdem hatte ich noch nie Papaya gegessen. Beste Voraussetzungen also : ) Was soll ich sagen? Selten eine so samtige, weiche Suppe gegessen, die wirklich sehr lecker war! Ups, jetzt muss ich aber langsam aufpassen, dass das hier nicht wirklich noch ein Kochblog wird…

 

3. Fahre jedes Jahr an mindestens einen Ort, den du noch nicht kennst

Dieser Rat soll vom Dalai Lama stammen. Ich finde die Idee großartig und befolge sie weit häufiger als 1x im Jahr. Ich glaube übrigens nicht, dass es dabei hauptsächlich darum geht, möglichst viele Fernreisen zu machen. Natürlich ist es immer interessant, neue Länder und Kulturen zu entdecken. Genauso spannend kann es aber sein, den eigenen Stadtteil, die eigene Stadt oder ihre Umgebung zu erkunden. Ganz bestimmt gibt es auch dort Ecken, in denen man noch nie gewesen ist. Und manchmal reicht es sogar, wenn man das Bekannte einmal mit offenen Augen anschaut und schon ist auch das wieder neu.

 

Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin,
dass man neue Landschaften sucht, sondern
dass man mit neuen Augen sieht.

Marcel Proust

 

4. Zweifel an allem. Mindestens einmal

Wir neigen dazu, immer wieder das Gleiche zu denken. Es vereinfacht unseren Alltag und hat praktische Vorteile. Doch es verhindert auch das Erneuern.

Wenn du immer das gleiche denkst,
wirst du auch immer das gleiche bekommen.

Wenn du dich das nächste Mal bei einer deiner Denk- und Beurteilungsroutinen ertappst, frage dich:

  • Woher weiß ich, dass es so ist, wie ich denke?
  • Ist das wirklich wahr?
  • Könnte man es auch anders sehen?
  • Was wäre das Gegenteil von dem, was ich jetzt normalerweise denken würde?

 

5. Schaffe dir Gelegenheiten, etwas Neues auszuprobieren.

  • Welchen neuen persönlichen „Feiertag“ könntest du bei dir einführen?
  • Aus welchem Anlass könntest du einfach mal etwas Ungewöhnliches tun?
  • Suche Kontakt mit Menschen, die völlig andere Interessen haben oder in einem deutlich anderen Alter sind als du und teile mit ihnen etwas, das ihnen wichtig ist.
  • Höre nicht auf, etwas Neues lernen zu wollen.
  • Probiere ein neues Hobby aus.

 

6. Mach so oft wie möglich Dinge zum ersten Mal

  • Wenn jemand sagt: „Das haben wir ja noch nie so gemacht“, verstehe es als Aufforderung, es dann jetzt gleich zum ersten Mal auszuprobieren.
  • Was wolltest du schon immer machen, bist aber noch nie dazu gekommen? Es kann nie zu spät, du zu alt oder aus anderen Gründen unpassend sein. Wenn nicht jetzt, wann dann?
  • Genieße den Kitzel des ersten Mals. Stell dir vor, du hättest nicht versucht, das erste Mal zu laufen, zu lesen, jemanden zu küssen oder das Strömen auszuprobieren!

 

7. Trau dich, deine Komfortzone zu verlassen

Etwas Neues zu probieren oder anders zu machen als normal, fordert heraus und ist im Zweifel erstmal unbequem und aufwändiger. Natürlich ist es ungewiss, was passiert. Wir wissen vorher nicht, ob es uns gefallen wird. Ob es klappen wird. Wie die anderen reagieren werden.

Doch mal ehrlich: Was kann schon passieren? Etwas geht schief. Gut, dann weiß man das für die Zukunft und hat gleich wieder etwas Neues gelernt. Ein Drama wird sich aber wohl nur in den seltensten Fällen daraus entwickeln. Wirklich verlieren kann man eigentlich nicht. Gewinnen aber eine Menge!

Wie sieht es aus? Ist dein Pioniergeist geweckt?

 

Mein Strömtipp für Erneuerung:

  • Das immer wieder neu Anfangen ist mit unserer 9 (NEUn) verknüpft. Sie ist an der unteren Spitze des Schulterblatts gelegen und daher nur schwer bei sich selber zu erreichen. Stattdessen kann man ganz einfach und bequem die 19 an der Ellenbeuge halten. Die 9 ist außerdem dem Daumen zugeordnet, d.h. du kannst sie harmonisieren, indem du deinen Daumen hältst.
  • Noch einfacher: Schon durchs Atmen erneuern und regenerieren wir uns ständig. In einem Atemzug sind wir nicht mehr dieselbe Person wie noch einen Atemzug zuvor. Durch bewusstes Atmen, z.B. in Kombination mit einer großen Umarmung, können wir diesen Prozess immer wieder gezielt unterstützen.

     

    In jedem Atemzug, der ich bin, bin ich wieder neu.

    Mary Burmeister

     

    Was sind deine kleinen Abenteuer im Alltag? Wie forderst du dich heraus, dich immer wieder zu erneuern?  Mit welchen Tricks lockst du dich aus der Routine?

     

     

     

11 Comments

  • Heidi

    Reply Reply 30. März 2016

    Super anregend… Danke für die Brause in meiner Alltagsroutine..
    deine Ideen sind immer wieder inspirierend und nachahmenswert.

    Liebe Grüsse aus Hessen

    • Anke Oltmann

      Reply Reply 4. April 2016

      Sehr gerne, Heidi :)

      (Ich schreib jetzt nicht, dass ich neulich auch zum ersten Mal ein super Keksrezept mit Brausepulver ausprobiert habe…)

      • Heidi

        Reply Reply 4. April 2016

        Hallo Anke,

        Die Neun habe ich schon angewandt, als wir uns über das Advenstströmen kennengelernt haben und ich endlich mal meine Emailadresse geändert habe…. Da hatte ich vorher immer viele Ausreden, es nicht zu tun… Hahaha
        Am Wochenende habe ich zum ersten Mal auf einem Rasenmähertraktor gesessen und mit Hilfe eines Anhängers das Meerschweinchenaussengehege gereinigt… Statt Schubkarre…
        Hat total Spass gemacht.
        Vor zwei Wochen habe ich ganz spontan eine Anzeige aufgegeben, um mein 17 Jahre altes Auto zu verkaufen, wo der TÜV gerade dabei war, es aus dem Verkehr zu ziehen wenn nicht erhebliche Mängel beseitigt würden.
        Der Händler bot mir 50 Euro. Nach nicht mal einer Woche konnte ich einer jungen werdenden Familie, wo der Vater Automechaniker ist, mein von mir 12 Jahre gefahrenes Lieblingsstück für 400 Euro verkaufen… Ich glaube, wenn es leicht ist, hat der liebe Gott seine Finger im Spiel…

        Alles fließt, alles im Strom …

        Liebe Grüsse an alle, die eingefahrene Bahnen verlassen und die alten Latschen mal ausziehen..

        Heidi

  • Marion

    Reply Reply 2. April 2016

    Die Zähne mit der anderen Hand putzen? Au weia, da kann ich anschließend gleich auch das Bad renovieren ;-) bzw ihm den NEUnerstrom verpassen. –
    Grade war ich mit einer Freundin und 3 Kindern einige Tage zum privaten ‚Ferienlager‘ in Hamburg. Obwohl wir dort schon unzählige Male waren und meine Freundin dort sogar mehrere Jahre gelebt hat, haben wir wegen der Kinder diesmal völlig andere Dinge unternommen, gemacht und angesehen. Und siehe da: Zum Teil hatten wir Erwachsenen daran mehr Freude als die Kids, wären jedoch ohne sie nie auf diese Unternehmungen gekommen. Das ist mir eine wichtige Lehre. –
    Danke für deine kreativen NEUner-Ideen, liebe Anke!

    • Anke Oltmann

      Reply Reply 4. April 2016

      Tolles Beispiel, liebe Marion – genau so :)

  • Steffi

    Reply Reply 3. April 2016

    Liebe Anke,
    Danke für deinen neu n Beitrag, der mich zum ausprobieren einlädt.
    Diese Kalendersprucherfinder sind doch sehr gewieft und nehmen ZITATE und machen etwas neu und shwupdiwupp ein auch ganz schöner Spruch entsteht.
    Das Original ist von Cicely Saunders, der Begründerin der Hospizbewegung, und lautet

    Wir können nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben.

    Sicher auch bei meiner Arbeit im Hospiz ist die 9 für alle wichtig. Ich kann viel vom Neuen und der dazu notwendigen Flexibilität berichten. Doch geht es eben nicht um Jahre.

    So oder so dieses Ende des einen Zyklus und der Anfang des Neu En mit Bedacht zu leben, sollte eben nicht nur am Ende möglichst vieler Jahre stehen.

    Deshalb und wegen vieler Anregungen mehr DANKE ich dir von Herzen.

    Sonnige Grüße aus Hamburg
    Steffi

    • Anke Oltmann

      Reply Reply 4. April 2016

      Liebe Steffi,

      hab ganz herzlichen Dank für deinen Hinweis zum Zitat. Ich bin auch eine Freundin davon, die Ehre dem/der zukommen zu lassen, der/dem sie gebührt. Ich ergänze im Artikel einfach mal ein Sternchen und verweise auf deinen Kommentar.

      Wenn ich dich richtig verstehe, sind wir uns letztlich ja einig, dass der Inhalt, egal ob auf Jahre oder Tage bezogen, seine Berechtigung hat ;)

  • Sabine

    Reply Reply 24. April 2016

    Liebe Anke!
    Danke für den Tipp mit dem ganz persönlichen Feiertag! Den werde ich umsetzen. Ich strebe an, ihn alle 3 Wochen zu feiern- das ist so schön außergewöhnlich. :) Bin aber noch in der Planung, was den Wochentag und den Namen angeht…
    Heidi, ich beneide dich glühend!!! Ein Aufsitzrasenmäher!!! Ich müsste damit noch nicht mal Meerschweinchenkäfige saubermachen. Mit Rasenmähen wäre ich schon glücklich. So ein Ding kommt meinem Wunsch nach einem Quad schon sehr nahe. Vielleicht mache ich ja irgendwann mal eine Probefahrt. Das wäre etwas Neues und Mutiges.
    Erstmal habe ich mir aber jetzt vor ein paar Wochen einen wunderschönen Hulahup-Reifen gekauft. Der sorgt fast jeden Morgen für die richtigen Umdrehungen in meinem Leben. Das macht übrigens riesig Spaß! Kann ich nur empfehlen. Die Idee habe ich übrigens von einer Strömfreundin. DANKE, DOROTHEA K. AUS O. !
    Herzliche Grüße
    Sabine

    • Heidi

      Reply Reply 25. April 2016

      Hallo Sabine,
      Gut wenn man eine grosse Familie hat und sich Geräte untereinander ausleihen kann.
      So ist es bei uns :-)
      Im Moment verwerte ich gerade altes Holz von auseinandergebauten Möbeln, um einen uralten Kindertisch, eine Bank und einen Stuhl wieder für den Jüngsten in unserer Familie (Sohn meiner Nichte, 1 Jahr alt) aufzubereiten. Richte es mir ein wie ich Zeit habe und es macht Spaß.
      Dauernd steckt uns das Leben irgendwelche Ziele… Angenehme, aber leider auch unangenehme…
      Und überall müssen wir ran… Habe grade von einem Buch gehört. „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag“ von Katrin Bauerfeind. Ich habe es noch nicht gelesen, aber es klingt vom Scheitern und vom Erfolg. Habe ein Interview mit ihr gehört. Ich glaube es ist ganz witzig und leicht geschrieben. Aber es berichtet von alltäglichen Dingen…. Vielleicht auch mal ein Tipp für andere, die hier unterwegs sind,
      die ich auf diesem Wege herzlich grüße. Heidi aus dem Taunus

  • Sabine

    Reply Reply 26. April 2016

    Hallo!
    Auch wenn ich die 9 nicht oft ströme, gibt es in meinem Leben oft neue, manchmal erstaunliche Dinge. Gestern war ich zum 1. Mal hier im Dorf zur „ganz normalen“ Frauengymnastik. Ich war gefühlt das Nesthäkchen, trotz meiner 58 Jahre, was schon witzig war. Dann stellte sich die Gymnastik als richtig wohltuendes Pilates-Training heraus, und – jetzt kommt das Lustigste- zum Ende gab es zur Entspannung gegenseitiges “ Handauflegen“ , das heißt, wir haben uns geströmt: die 3, die 2, die 8.
    Und zum Schluss die 3 und die 2 gleichzeitig.
    Ich frage mich nun, ob das die Anfangsgriffe von einem Strom waren, oder ob das etwas Pilates-Spezielles war.
    Weiß das jemand?
    Ich fand es auf jeden Fall toll!
    Herzliche Grüße
    Sabine

  • Sabine

    Reply Reply 27. April 2016

    Ergänzung:
    Die Kursleiterin hat natürlich nicht gesagt:
    „Hände auf die 3, jetzt auf die 8..“, sondern: „Hände auf die Schultern, jetzt in die Kniekehlen usw…“
    Entschuldigung!

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