Placebo by proxy Jin Shin Jyutsu - entspannter Hund

Von Kindern und Tieren – Placebo by proxy

Im ersten Artikel zum Thema Placebo ging es darum, dass es keinen Sinn macht zu bestreiten, dass auch beim Strömen ein Placebo-Effekt auftreten kann. Statt daraus eine Abwertung des Jin Shin Jyutsu abzuleiten, kann man den Placebo-Effekt aber zunächst ganz allgemein als eine starke und unbedingt zu nutzende Kraft verstehen.

Dass Jin Shin Jyutsu-Praktizierende darüber hinaus davon ausgehen, dass die Wirkung beim Strömen nicht allein durch den Placebo-Effekt zu erklären ist, beruht bisher allerdings weitestgehend auf Erfahrungswissen und bedarf – zumindest für eine wissenschaftliche Anerkennung – weiterer Untersuchung.

Wenn wir mit dem Strömen auch in weniger alternativmedizinisch ausgerichteten Kreisen ernst genommen werden wollen – und dies ist ein häufig geäußerter Wunsch vieler von uns – dann dürfen wir uns bestimmten Diskussionen gegenüber nicht verschließen.

Vielleicht wird dieser Artikel manche zunächst etwas entsetzen. Denn ich werde in ihm ein Argument entkräften, das gerne für die Wirksamkeit von Jin Shin Jyutsu angeführt wird. Da es aber wissenschaftlich gesehen nicht haltbar und Wasser auf die Mühlen der Skeptiker ist, tun wir uns keinen Gefallen damit, wenn wir es verwenden.

Um welches Argument geht es?

Als Beleg für die Wirksamkeit einer Methode wird – nicht nur bei Jin Shin Jyutsu-Praktizierenden – gerne die Beobachtung angeführt, dass bestimmte Anwendungen auch bei Tieren und kleinen Kindern wirke. Dies sei ein Beweis dafür, dass es sich bei der Wirkung nicht allein um einen Placebo-Effekt handeln könne. Schließlich könnte weder bei Tieren noch bei kleinen Kindern die kognitive Fähigkeit vorausgesetzt werden, an etwas so fest zu glauben, dass es ihr Wohlbefinden beeinflussen könnte.

Was stimmt mit diesem Argument nicht?

Neben dem direkten Placebo-Effekt – bei dem die zu behandelnde Person durch ihre eigenen Überzeugungen Einfluss auf das Geschehen nimmt – gibt es auch indirekte Anteile dieses Effekts.

Es macht z.B. einen Unterschied, wie sehr die Person, die behandelt, von der Wirksamkeit ihres Tuns überzeugt ist (der sogenannte Curabo-Effekt). Strahlt eine Person Sicherheit aus und vermittelt Zuversicht ob der anstehenden Behandlung, dann wird sich das auf die zu behandelnde Person – und eben auch auf ein Tier – übertragen.

Auch die Eltern eines Kindes bzw. die Halter eines Tieres haben Erwartungen an eine bevorstehende Behandlung. Je mehr sie selber von der Kompetenz der Behandlerin und der Wirksamkeit einer Methode überzeugt sind, umso mehr werden sie dies selber ausstrahlen.

Bist du ruhig, bin ich es auch

Wie wir wissen, gibt es sehr feine, subtile Verbindungen zwischen kleinen Kindern und ihren Eltern und ebenso zwischen Tieren und ihren Haltern. Es bleibt nicht ohne Auswirkung und überträgt sich auf die Kinder bzw. Tiere, wie sich ein Elternteil bzw. der Halter fühlt.

Es ist nicht schwer, sich das bildlich vorzustellen. Da sind Eltern in großer Sorge um ihr krankes Kind. Sie sind unruhig, ängstlich, ratlos, vielleicht sogar verzweifelt. Nun kommen sie im Rahmen einer Behandlung in eine Situation, in die sie viel Hoffnung setzen. Sie vertrauen der behandelnden Person und haben vielleicht schon selber gute Erfahrungen mit dieser Art von Behandlung gemacht.

Schwupps schlägt die Stimmung um, und Zuversicht und Entspannung beginnen sich breit zu machen. Es wäre ja komisch, wenn sich das nicht auch auf das Kind niederschlagen würde. Selbst wenn es noch nicht in der Lage ist, die Situation kognitiv zu erfassen, wird das Kind die veränderte Stimmung bemerken und auf sie reagieren: „Meine Eltern fahren gerade ihren Stress runter, dann kann ich das auch tun“.

Zusätzlich wird das Kind sich beruhigen, wenn es in Kontakt mit einer Person kommt, die ausstrahlt, dass sie dem Kind helfen möchte und auch eine Idee dazu hat, wie das gehen könnte. In die Entspannung zu kommen, wird dann viel leichter als in der hektischen Unruhe, die vorher geherrscht hat.

Der vermittelte Placebo-Effekt

Wohlgemerkt: Bisher ist noch nicht eine einzige offizielle Intervention passiert. Alleine die Tatsache, dass Eltern (und ggf. ein Behandler) begonnen haben, sich um eine Lösung zu kümmern, Zuversicht geschöpft haben oder ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf das kranke Kind richten, kann bereits einen nachweisbaren Einfluss auf das Kind haben.

Damit gibt es wieder einen Placebo-Effekt, wenn auch etwas indirekter. Allein die Überzeugung der Eltern reicht bereits aus, um die Effektivität einer Behandlung zu beeinflussen. Ihr Glaube, dass die Behandlung schon helfen werde, verschafft dem Kind eventuell bereits so viel Entspannung, dass eine Besserung viel leichter geschehen kann.

In der Fachliteratur wird das als „Placebo by proxy“ bezeichnet. Gemeint ist damit die vermittelte Wirkung über einen Stellvertreter, in diesem Fall eine enge Bezugsperson. Sie funktioniert auch ohne verbale Interaktion und wirkt aufgrund des starken Abhängigkeitsverhältnisses eines Kindes zu seinen Eltern sogar manchmal noch stärker als der direkte Placebo-Effekt!

Tiere sind auch nur Menschen

Die gesamte Argumentationskette lässt sich nun ziemlich 1:1 auch auf Tiere übertragen. Längst gehört es zum Allgemeinwissen, dass Tiere oft sehr sensibel auf die Stimmungen ihrer Halter reagieren. Tiertrainer und Tierpsychologen können ein Lied davon singen…

Entspannt sich das Herrchen, wird auch der störrische Hund mit einem Mal lammfromm. Strahle ich als Führungsperson Ruhe und Sicherheit aus, lässt sich ein Pferd ohne Widerstand oder großen Kraftaufwand von mir leiten.

So nimmt es nicht Wunder, dass Tiere dann natürlich auch auf ruhige Behandler reagieren und ebenso mit sehr feinen Antennen registrieren, dass sich ihre Besitzer im Rahmen einer Behandlung mit einem Mal anders verhalten.

Aber ist das wirklich alles?

Um nun einem großen Aufschrei gleich entgegen zu wirken:

Ich habe selber schon sowohl kleine Kinder als auch Tiere behandelt. Auch wenn beides nicht mein Spezialgebiet ist, möchte ich aufgrund der Erfahrungen, die ich gemacht habe, ebenfalls behaupten, dass die Reaktionen von Kindern und Tieren sich nicht ausschließlich durch den (indirekten) Placebo-Effekt erklären ließen.

Wie Kinder – und ebenso Tiere – sich gezielt in die Hände schmiegen, sich genau so drehen, dass man ein bestimmtes Gebiet strömt, die deutlichen Zeichen, wenn es genug ist – all das scheint mir deutlich unbeeinflusst von vermeintlichen Außeneinwirkungen durch Eltern oder Halter.

Nur fehlen uns für diese Ansicht bisher leider noch überzeugende wissenschaftliche Belege, die auch die harten Skeptiker überzeugen könnten.

Uns, die wir das Strömen für uns, bei Kindern und Tieren anwenden, kann das herzlich egal sein.

Ich kenne einfach (bisher) niemanden, der gesagt hat: „Ach hätte ich das Strömen doch besser erst später kennen gelernt.“ Stattdessen ist die Erkenntnis doch meist folgende:

„Leider war ich am Anfang zu skeptisch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass das wirklich helfen soll. Im Nachhinein bedaure ich, dass ich mich nicht früher dazu überwunden habe, das Strömen trotz meiner Bedenken auszuprobieren. Denn inzwischen ist es mir ein so liebes Werkzeug geworden, dass ich mir ein Leben ohne Jin Shin Jyutsu nicht mehr vorstellen kann.“

Was nun?

So bleibt mein Fazit auch nach diesem Artikel zum Placebo-Effekt (Teil 1 s. hier) einfach folgendes:

  • Ob es sich bei der Wirksamkeit des Strömens um einen Placebo-Effekt handelt?
    Zum Teil ganz sicher – wie bei jeder beliebigen anderen Intervention lässt sich das gar nicht verhindern.
  • Ob das schlimm ist?
    Ich finde nicht. Was kann es Besseres, Einfacheres und Nebenwirkungsärmeres geben, als durch das eigene Denken bzw. Fühlen mehr Wohlbefinden zu erreichen?
  • Ob sich die Wirksamkeit ausschließlich durch den Placebo-Effekt erklären lässt?
    Das können wir zum jetzigen Zeitpunkt weder abschließend verneinen noch bejahen. Aber weißt du was? Deswegen sollten wir uns nicht vom Strömen abhalten lassen. Ist es am Ende nicht unwichtig, WAS genau da wirkt? Ist stattdessen nicht wichtig, dass wir beide, du und ich und mit uns viele andere Menschen (und Tiere) die Erfahrung machen, DASS es uns hilft?

Meine Strömtipps:

  • Halte die 20 auf der Stirn. Sieh hinter die Dinge, jenseits von Grenzen, die uns unsere Kultur, die Wissenschaft oder wohlmeinende Mitmenschen auferlegen.
  • Die „Sicherheits“-Energieschlösser 5, 6 und 7 gelten als unsere Psychologen und sind Bestandteil eines sogenannten „Skeptikerstroms“. Wenn dich zwischendurch Zweifel überkommen, kümmere dich um diese „Sicherheits“-Energieschlösser. Sie werden dir helfen zu unterscheiden, was wirklich hinterfragt werden sollte und was nur Gespenster in deinem Kopf sind.

P.S. Falls du noch nicht so ganz genau weißt, wo welches Schloss sitzt: Eine kostenlos herunterladbare Übersicht über die „Sicherheits“-Energieschlösser findest du in der Werkzeugkiste.



    12 replies to "Alles „nur“ Placebo? – Teil 2"

    • Karin Weick

      Placebo, Curabo hin oder her, wenn ein Mensch glücklich meine Praxis verlässt, sich fortan täglich strömt und sich somit Zeit und Aufmerksamkeit schenkt und er mir berichtet, dass es ihm zunehmend besser geht – spielt es da eine Rolle wieviel Anteil Placebo / Strömen hier gewirkt hat? Im Gegenteil, wir sollten uns dessen bewusst sein, wie entscheidend unsere Haltung, Ausstrahlung, Sicherheit ist, die wir ausstrahlen, wie wichtig jedes Wort und Gefühl das wir vermitteln, und uns somit den Curaboeffekt zunutze machen.
      Skeptiker zu überzeugen, wer braucht das? Darf jeder gerne glauben oder nicht glauben was er möchte.
      Danke für die wertvollen Denkanstöße liebe Anke und den Austausch.

      • Anke Oltmann

        Dem habe ich nichts hinzuzufügen, liebe Karin!

      • Heidi Kilchmann

        Liebe Kolleg-innen
        Für einen Patienten, der zum Teil eine jahrelange Leidensgeschichte mit sich bringt, und schlussendlich das Glück hat, geheilt zu werden oder zumindest auf dem Weg der Besserung ist, stellt sich vermutlich diese Frage nicht, denn jedesmal wenn er den Praktiker oder Arzt wechselt, steht doch die Hoffnung auf eine Heilung oder zumindest Linderung an erster Stelle und er wird dankbar diese Therapie annehmen und sie weiter empfehlen!

    • Eva Liebmann

      Eine kleine Geschichte aus einem Altersheim.Eine Bewohnerin hatte Herpes Zoster.Sie wurde von mir geströmt,damit ihre Immunabwehr gestärkt wird.Sie hatte auch eine Katze,die sich normalerweise,bei meinen Besuchen immer versteckte.Doch diesmal kam sie plötzlich aus ihrem Versteck und legte sich während der Behandlung auf ihren Bauch.Dort verblieb sie einen halbe Stunde bis die Behandlung zu Ende war.Bei weitern Behandlungen blieb sie wieder in ihrem Versteck.Ihrem „Frauchen „ ging es allerdings dann schon besser.Soviel zu Placebo 😊

    • Bettina

      Ich habe erst vor wenigen Wochen mit dem Strömen angefangen, bisher nur im Selbstversuch, da ich vor Ort niemanden kenne, und auch dank des schönen „Starter-Sets“ von Dir, Anke. Ich finde gerade diese bodenständige klare Herangehensweise sehr angenehm. Auch mich hat bereits die Placebo-Frage umgetrieben, aber auch mir ist es egal: Hauptsache ist, dass mir das Strömen eindeutig gut tut, mein Körper gerade am Anfang sehr intensiv reagiert hat (sowohl positiv als auch – im Sinne einer Erstverschlechterung – gefühlt negativ). Und das, ohne dass ich mehr über das Strömen wußte als einfach mal die Hand aufzulegen oder den Finger zu halten. Ich nehme mir Zeit für mich, achte auf meinen Atem, fühle in mich hinein, fühle hin. Habe das Gefühl etwas bewirken zu können, gerade auch als Selbstfürsorge. Ich bin nicht abhängig von Anderen. Es ist daher sicher das Zusammenspiel mehrere Faktoren, das wirksam ist. Meine Erfahrung ist auch: wenn ich in mir stimmig bin, eine klare innere Haltung habe – dann überträgt diese sich fast immer auf mein Gegenüber. Egal ob Mensch oder Tier, neugeboren, schwerst psychisch krank oder im Sterbeprozeß. Also: vielen herzlichen Dank für die klaren und sehr zutreffenden Worte ! Ich freue mich darauf, mehr von Dir zu lesen.

    • Nina Hartig

      Liebe Anke,

      finde Deinen unermüdlichen Einsatz für ‚unser‘ liebstes, heilvolles Jin Shin Jyutsu ganz, ganz besonders!!!

      So wird es immer weiter hin die Welt hinaus getragen und trägt ganz bestimmt auch zur Veränderung in dieser Welt bei.

      Danke Dir!

    • Annekatrin

      Der Placebo wirkt, ist doch wunderbar.
      Leider wirkt der Nocebo-Effekt auch.
      Deshalb sollten wir auf unsere Gedanken achten.

    • Claudia Pongratz-Liedl

      Liebe Anke,

      Hier meine Gedanken: Diese Placebo- Geschichte treibt viele um, weil es Skeptiker und Kritiker immer geben wird. Deshalb ist unsere eigene Haltung zum Strömen das ausschlaggebende. Sei Dein eigenes Zeugnis! Ich habe ein wissenschaftliches Studium absolvierten – auch in der Wissenschaft folgen die Ergebnisse dem Focus bzw dem Ansinnen des Auftraggebers der Studie. Es hat mich vor 30 Jahren irritiert, kurz hintereinander Studien zum gleichen Objekt mit total konträren Ergebnissen zu lesen. Nun weiß ich mehr, der Focus bestimmt den Erfolg. Das wird aber kaum ein wissenschaftlich denkender, kritischer Mensch so zugeben. Deshalb ist es vertane Liebesmüh, so jemanden verbal von der mehr als Placebo- Wirkung des JSJ überzeugen zu wollen. Vielen Dank für Deine Denkanstöße, es ist sehr bereichernd, sich auch über diese Themen seine Gedanken zu machen!
      Herzliche Grüße!
      Claudia

    • Ursula

      Liebe Anke
      ich möchte mich ganz herzlich bedanken für deine wunderbaren und lebenspraktischen Artikel.
      Ich ströme seit ca. 1 Jahr mich selbst mithilfe der Jin Shin Jyutsu Bücher und deiner Artikel. Nach einem“ Burn out“ ist es eine wichtige Hilfe für mich weil ich durch das Strömen selbst etwas Gutes für mich tun kann – und das ohne Nebenwirkungen ! – außer der Wirkung, dass ich immer wieder ein tiefes Glück empfinde, wenn mein Körper entspannen kann und ich mich als „ganz bei mir sein “ erlebe.
      Das Thema mit dem Placebo-Effekt ist sicher wichtig , aber ich bin jetzt in einem Alter in dem es mir wichtiger ist, dass das Strömen wirkt – und das erfahre ich täglich ! Und das ist auch das, worauf ich immer mehr vertrauen möchte, meinen eigenen Erfahrungen und Empfindungen zu trauen , denn das kann mir niemand nehmen!
      Dennoch lese ich deine Artikel mit Freude und Interesse.
      Ich danke dir von Herzen, dass du mich daran teilhaben lässt und grüße dich herzlich,
      Ursula

    • Christine Hollenstein

      Liebe Anke,
      als JIn Shin Jyutsu Praktiker kommen wir wohl immer wieder in die Situation Skeptikern unsere Harmonisierungskunst erklären zu wollen. Ich habe über die Jahre „geübt“ mich aus manchen Konversationen zurückzuziehen und meine Erfahrungen dort zu vermitteln wo auch Interesse gezeigt wird. Es gibt einige wichtige Sätze, die ich mir immer wieder bewusst mache. So zum Beispiel „Sei dein eigenes Zeugnis“ und „Arbeite ohne Aussicht auf Erfolg“ …. der erste ist schnell erklärt, Nur was ich selbst lebe und verinnerlicht habe, wird mit der BeGEISTerung ankommen, die ich bei so vielen Jin Shin Jyutu Praktikerinnnen und Anwenderinnen immer wieder spüre. Der zweite Satz ist wohl eine sehr große Herausforderung und kann sicherlich nicht mit wissenschaftlichen Maßstäben konkurrieren. All die Zusammenhänge, die wir im Jin Shin Jyutsu erlernen sind so umfangreich und basieren meiner Ansicht nach nicht nur auf Erfahrungen. Das Wissen und die Weisheit die über Jahrtausende überliefert und erforscht wurden sind in unseren Studien enthalten. Die Wissenschaft ist jung und alles will in den letzten Jahrzehnten bewiesen werden. Ich möchte hier nicht in die Diskussion eines Besser oder Schlechter gehen, ich bin über unsere Fortschritte der Wissenschaft sehr dankbar. Ich freue mich auch immer wieder über die Erklärungen der Wissenschaft, die ich dann häufig auch in meine Jin Shin Jyutsu Zusammenhänge einfügen kann. Doch sind wir hier sehr auf der Ebene unseres Verstandes und das Strömen ist für mich so viel mehr. Ich möchte die Dinge nicht in Konkurrenz sehen, sondern im Zusammenhang. – letztendlich geht es um unsere Harmonie, egal was hilft Wissenschaft, alternative Methoden, Liebe, Zuneigung, Nahrung, Placebo, welcher Art auch immer …. – es ist immer das große Bild – wir arbeiten ohne Aussicht auf Erfolg, das bedeutet für mich im Fluss des Lebens zu sein, ohne Absicht, ohne Bewertung – von der 6. Tiefe in die 7.Tiefe und weiter …. Ich habe Jin Shin Jyutsu von meinem mittleren Sohn gelernt, er hat sich wohl noch gut „erinnert“ und sich schon als Baby selbst geströmt …auch mit Tieren habe ich wunderbare Erfahrungen sammeln dürfen, das zählt für mich – das ist diese wunderbare Verbindung zur Einheit, die wir im absichtslosen Strömen „ohne Aussicht auf Erfolg“ erleben dürfen. Vielleicht sollte man umgekehrt fragen, wie ist das möglich – kann die Wissenschaft das erklären ??? :-)

    • Thomas Neymeyer

      An dieser Stelle erst mal vielen Dank liebe Anke, dass du dieses Thema so wunderbar un-aufgeregt und damit (zumindest) für mich entspannend aufbereitest.
      Dass positiv empfundene Begleit- oder sogar Wesens-Aspekte einer Behandlung wie Zu-wendung, Aufmerksamkeit, Hingabe und auch die Umgebung, z.B. die Praxisräume, ebenso wie deren Fehlen oder Gegenteil eine mit entscheidende Rolle spielen, hat inzwischen auch die Medizin erkannt (sehr lesenswert hierzu das Buch von Prof. Harald Esch „Der Selbsthei-lungscode“). Wir finden dazu z.B. einen wissenschaftlichen Ansatz in der sog. Mind-Body-Medizin. Kritiker der alternativen Heilmethoden wie Homöopathie oder Reiki (JSJ ist auf-grund seiner in dem Feld zu geringen Bekanntheit gar nicht im Fokus) führen deren positiven Wirkungen ja vor allem darauf zurück, dass diese vorgenannten Umstände vorliegen, halten aber dagegen, dass die Methoden an sich austauschbar und wirkungslos seien. Übrigens musste sich sogar die Physiotherapie lange mit solchen Argumenten auseinander setzen, wie ich gehört habe. Allerdings weiß man inzwischen ja auch, dass die o.g. Faktoren sogar Einfluss auf die Wirkung von schmerzlindernden Medikamenten haben (bis hin zur Wirkungs-losigkeit). Wie also umgehen damit? Man kann natürlich die Haltung haben: „Ist mir doch egal, sollen die doch kritisieren, was sie wollen, ich sehe doch, dass es wirkt.“ Das ist aber nicht meine Einstellung dazu: Wer sich weiterentwickeln will, muss sich auch Kritik von au-ßen stellen, aber auch in der Lage sein, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Das verbessert die Kommunikation. Den ersten „ungläubigen Thomas“ zu überzeugen hat Jesus noch selbst übernommen, die späteren christlichen Gemeinden meinten, sich mit dem „Rückzug“ auf den puren Glauben begnügen zu müssen. Da hielt mein Theologieprofessor Verweyen schon dagegen, dass nachfragen und kritisch nach auch der Vernunft zugänglichen Antworten zu suchen, schon immer ein wesentliches Element der christlichen Botschaft sind. Daher bin ich sehr dafür, dass wir unsere Erfahrungen im JSJ uns und anderen nachvollziehbar bewusst machen.

      • Christine Hollenstein

        Ich denke es braucht hier die Differenzierung von Missionieren und JIn Shin Jyutsu mit unserer Begeisterung bewusst machen. Der Groteil der Jin Shin Jyutsu Praktizierenden ist ständig im Prozess des Reflektierens und des „ERKENNE DICH SELBST“ – soweit ich das beobachte. Es ist gut alle Zusammenhänge zu sehen. Liebe Anke ich glaube dein Beitrag bringt bei vielen sehr viele Denkprozesse in Bewegung. Danke dir :-)

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