Ich weiß, ich weiß, unser Leben ist oft schon (zu) sehr verplant. Und jetzt komme ich auch noch und will dir einen Strömplan aufschwatzen? Warum ich das trotzdem – oder gerade – für eine gute Idee halte? Naja, vielleicht kennst du folgendes:

Das Strömen hat dich angelacht? Und du hast gemerkt, dass es dir gut tut? Du möchtest mehr davon und bist bis in die Haarspitzen motiviert zu strömen? Du willst kontinuierlich dranbleiben und dauerhaft etwas für dich tun?

Nach diesem Moment der Euphorie käme im Film jetzt ein Geräusch, das die Wohlfühlwolke abrupt zerplatzen lässt, etwa so ein schauderhaftes Quietschen von Fingernägeln auf der Tafel, ein Zersplittern oder dieses „Nööööt“ wenn man eine falsche Antwort im Quiz gegeben hat.

Denn dann kommt das Leben dazwischen.

Wir starten alle mit den besten Absichten – nicht nur beim Strömen. Wir wissen um die Vorteile, die es uns bringen würde, gewisse Dinge als eine Gewohnheit in unserem Alltag zu etablieren. Und müssen dann schnell bemerken, dass die reale Umsetzung so ihre Tücken hat.

Beim Strömen handelt es sich meist um 2 Hürden, die wir nehmen müssen:

1. WAS will ich strömen?

2. WIE kann ich das Strömen in meinen Alltag integrieren?

In diesem Artikel widme ich mich zunächst der ersten Frage.

 

Was soll ich bloß strömen oder warum Fülle manchmal nervt

Vom Grundprinzip her gibt es 2 Möglichkeiten, in Schwierigkeiten zu geraten, wenn es um die Frage geht: Was soll ich denn jetzt bloß strömen?

Da gibt es zum einen die Situation, dass einem einfach gar nichts einfällt. Es geht dann darum:

Welcher Strom oder Griff ist überhaupt geeignet?

Häufiger ist aber das Gegenteil der Fall. Man ist überwältigt von der Fülle der Möglichkeiten und fragt sich:

Was davon ist denn nun das Beste?

Womit könnte ich anfangen?

Egal, an welcher der Fragen du akut arbeitest, in beiden Fällen gibt es Möglichkeiten, das Ganze in den Griff zu bekommen.

Strömplan

 

Schritt 1: Überlege dir dein momentanes Strömziel

Was möchtest du mit dem Strömen IM MOMENT erreichen?

 

Schritt 2: Triff eine Auswahl

Bitte versuche nicht, alle deine Projekte, die du derzeit wahrnimmst, auf einmal lösen zu wollen. Manchmal hängen Projekte direkt oder indirekt sowieso zusammen. Versuche einfach, dich auf ein oder höchstens 2 Themen für den Anfang zu fokussieren.

Peu a peu kannst du dann auch für andere Projekte strömen. Und es könnte passieren, dass sich auch „ungeströmte“ Projekte schon mitverändern, ohne dass du das gezielt geplant hättest.

 

Schritt 3: Finde Lösungsmöglichkeiten

Begib dich auf die Suche nach Strömvorschlägen.

Du möchtest etwas „grundsätzlicher“ strömen und nicht gezielt für ein bestimmtes Projekt? Auch hierfür gibt es ganz viele Möglichkeiten.

 

 

Schritt 4: Mach dir einen Strömplan

Auch wenn das jetzt ein bisschen unspontan und bieder wirkt, ich schlage es trotzdem vor. Weil die Erfahrung zeigt, dass es für die meisten besser funktioniert, wenn man einen Plan hat.

Die Alternative ist, dass man sich jeden Morgen wieder neu überlegt: „Was könnte ich denn heute mal strömen?“ Vielleicht bist du der Typ, bei dem das funktioniert.

Für mich erhöht das aber deutlich den Stress und führt meist dazu, dass ich dann „irgendwas“ ströme. Das ist zwar besser als nichts, entspannter und auch zielführender ist es aber, an einer Sache für einen gewissen Zeitraum dranzubleiben.

Natürlich wissen wir alle, dass Gott über unsere Pläne lacht. Doch ich halte es da mit Friedrich Dürrenmatt:

Je planmäßiger die Menschen vorgehen,
desto wirksamer trifft sie der Zufall.

 

Womit wir beim letzten Schritt angekommen sind.

 

Schritt 5: Gib der Spontanität Raum und dem Zufall seine Chance

Vielleicht gehörst du zu denen, die keine Pläne mögen. Oder du hattest von vorneherein vor, einfach so viele Griffe wie möglich in der nächsten Zeit auszuprobieren. Oder du hast dir zwar einen Plan gemacht, brauchst aber noch ein paar Anregungen, wie du sich spontan ergebene Strömmöglichkeiten nutzen könntest. Hier ein paar Kreativvorschläge:

alarm-clock2

 

Wie geht es weiter?

Nachdem nun also klar ist, WAS man strömen möchte, ist der ultimative Zaubertrick, sich das Strömen ANZUGEWÖHNEN. Es zum alltäglichen Bestandteil jedes einzelnen Tags zu machen. Gar nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, ob man strömt. Denn nur die kontinuierliche Anwendung wird die Veränderung bewirken, die du dir erhoffst.

Die tägliche Anwendung der einfachen Sequenzen ist es, die Ergebnisse erzielt und unsere Geduld entwickelt. Die Sequenzen zwar zu kennen, sie aber nicht anzuwenden, bleibt dagegen fruchtlos.

Mary Burmeister, Selbsthilfebuch 1, S.9

Dazu gibt es hier den 2. Teil: 8 Tipps, wie du beim Strömen dranbleibst. Und: Was wir von berühmten Frauen wie Angela Merkel und Meryl Streep über das Strömen lernen können.

 

Meine Strömtipps:

P.S. Falls du noch nicht so ganz genau weißt, wo welches Schloss sitzt: Eine kostenlos herunterladbare Übersicht über die "Sicherheits"-Energieschlösser findest du in der Werkzeugkiste.

Du möchtest noch mehr über das Strömen lernen? Hier findest du eine Übersicht, wie das geht.

 



 

    4 replies to "5 Tipps für einen Strömplan, der zu dir passt"

    • Sabine

      Liebe Anke!

      Danke für diese schöne Zusammenstellung und die vielen Tipps!
      Vieles kommt mir sehr bekannt vor…
      (Außer vielleicht der Moment mit dem „Nööööt“. – Seitdem ich vor zwei Jahren das Strömen kennengelernt habe, habe ich jeden Tag geströmt, wenn auch manchmal nur kurz.)

      Ich habe seit längerem einen recht einfachen Strömplan für mich entwickelt, der mir gut bekommt:

      Als erstes ströme ich jeden Morgen alle Finger intensiv, danach den Milzstrom und den jeweiligen Tipp aus dem Strömkalender, jetzt abgelöst durch den Adventskalender.
      Ich bemühe mich, jeden Finger intensiv zu strömen und stelle immer wieder fest, dass anschließend alle Schlösser schon „bereit“ sind. Das ist immer wieder ein kleines bzw. großes Wunder!

      Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit
      Sabine

      • Anke Oltmann

        Liebe Sabine,

        das hört sich nach einem großartigen Strömplan an! Da ist wirklich an alles gedacht :)

        Weiterhin viel Freude
        Anke

    • Jenni

      Liebe Anke,
      danke für einen weiteren wunderbaren Artikel! Ich liebe deine konstruktiven, liebevollen Tipps, die schon so viel Ruhe ausstrahlen, dass ich mich beim Lesen schon entspannen kann. :)
      Danke und liebe Grüße!
      Jenni

      • Anke Oltmann

        Danke, liebe Jenni, das freut mich :)

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